Tanzstile!
© Copyright 1990-2010 by Swing in Austria / IMPRESSUM / © Webdesign by Kurt Bieller
Hier ein Überblick über die verschiedensten Stile und ihre Entwicklung
Charleston
Lindy Hop
Balboa
Shag
Vermutlich während der Ragtime Periode im Jazz entstand einer der bekanntesten Tänze bis heute, der
Charleston, in der Nähe der gleichnamigen Hafenstadt Charleston. Die irrwitzigen Bewegungen mit den
Beinen, X-und O-Beine, verliehen ihm seinen unvergleichlichen Stil.
Es war so um 1925 als Josefine Baker den Charleston über den großen
Teich brachte und somit eine Welle an Begeisterung aber gleichzeitig
auch eine Welle der Entrüstung gegen diesen so unanständigen Tanz
entfachte. Trotzdem trat der somit wohl erfolgreichste Modetanz aller
Zeiten seinen Siegeszug an. Er wurde in Europa von den so genannten
Tanzmeistern zwar etwas gezähmt verlor aber dadurch keineswegs sein
unvergessliches Flair.
Ein weiterer Tanz dieser Ära war der Black Bottom (schwarzer Hintern)
der wie der Name schon sagt seinen Ursprung und auch seine weitere
Verbreitung wohl eher unter der schwarzen Bevölkerung fand. Der
Höhepunkt dieses Tanzes war wenn die Hintern aneinander stießen,
„bumpten“. Da dies bei der weißen Bevölkerung nicht auf Gegenliebe traf
verschwand dieser Tanz wieder sehr schell von Europas Tanzflächen.
1927 wurde der Lindy Hop der Geschichte nach geboren. Namensgeber war dabei Charles Lindbergh
welcher 1927 den Atlantic überquerte und dadurch in die Schlagzeilen der Zeitung kam:
"Lucky Lindy hops over the Atlantic".
Da der Lindy Hop sehr stark vom Charleston beeinflusst war, wurden die Grundtechniken fast
ausschließlich im sogenannten 8-Count Rhythmus getanzt. Erst später gesellten sich diverse andere
Grundtechniken wie 4-Count, 6-Count, oder 10-Count Rhythmus dazu.
Beim Lindy Hop unterscheidet man grundsätzlich zwei Stile:
Savoy-Style
Sehr gebückte Haltung, wobei die Köpfe näher zueinander waren
als die Beine. Frankie Manning (siehe Photo) war einer jener
Tänzer welche diesen Style bekannt machten. Ergänzt mit
schnellen Kicks, kleinen Sprüngen (Frog-Jump) sowie
akrobatischen Würfen wurde dieser Tanz auf der Bühne und im
Film zu einem spektakulären Ereignis. Die wohl berühmtesten
Tanzszenen waren im Film "Hellzapoppin" (1941, Musik: Slim
Gaillard; Tänzer: Whitey's Lindy Hoppers: William Downes und
Micky Jones, Billy Ricker und Norma Miller, Al Minns und Willa
Mae Ricker, Frankie Manning und Ann Johnson) zu sehen.
Video: Hellzapoppin (Quelle: http://www.return2style.de)
Hollywood-Style
Etwas zurückgelehnte Haltung, wobei die Beine näher
zueinander waren als die Köpfe. Dean Collins war einer
jener Tänzer welche diesem Style zum Durchbruch
verhalfen. Auch dieser Style, gewürzt mit phantastischen
Schritttechniken und akrobatischen Highlights, sorgte auf
der Bühne und im Film für ein beeindruckendes
Feuerwerk. Hier ein Ausschnitt aus Let's Make Musik, in
dem Dean Collins seine tänzerische Leistung zum
Ausdruck bringt: "Let's Make Music" (ca. 1940) Musik: Bob
Crosby Orchestra, Tänzer: Dean Collins und Jewel
McGowen (siehe Photo)
Technik: Die Grundtechnik bei beiden Stilen ist absolut ident, die Unterscheidung erfolgt eigentlich nur
durch die Haltung welche die Tänzer und Tänzerinnen einnehmen.
Video: Let's Make Musik (Quelle: http://www.return2style.de)
Balboa ist ein Tanz mit geschlossener Paarhaltung, welcher im Rendezvous-Ballroom auf den Balboa
Island in Newport Beach, Kalifornien in den späten 20er Jahren entwickelt wurde. Er wurde eigentlich
gezwungenermaßen erfunden, da der sehr raumgreifende wilde Lindy Hop nicht überall erlaubt und
willkommen war. Etwas später entwickelte sich der sogenannte Balboa-Swing oder kurz Bal-Swing, dieser
war wie der Name schon sagt quasi eine Mischung aus Balboa und Lindy Hop. Der Balboa & der Bal-
Swing charakterisierten sich ebenfalls dadurch, dass sie auf 8 Taktschläge getanzt wurden. Der Balboa &
der Bal-Swing können eigentlich zu jeder Geschwindigkeit getanzt werden, jedoch eignen sie sich
hervorragend für sehr schnelle Musik.
Besonders berühmt in Südkalifornien waren die sogenannten „Big Four“: Maxie Dorf & Mary McCaslin, Hal
Takier & Betty Takier, Lawrence Wise & Lillian Arnold und Gil Fernandez & Venna Cascon. Diese Tänzer
gehörten zu den Pionieren des Bal-Swing und traten als „The Ray Rand Swingers“ bei vielen Shows auf.
Shag, eigentlich gibt es 3 Arten des Shag (Collegiate Shag, St. Louis
Shag und Carolina Shag) und alle diese Shagarten wurden
hauptsächlich zu schneller Musik getanzt.
Der Collegiate Shag – auf sechs Taktschläge getanzt - ist für uns
eigentlich der typische Shag welchen man auch in den alten Filmen und
Cartoons sieht. Er war auch besonders populär an der Westküste
Amerikas.
Der St. Louis Shag hingegen wurde auf 8 Taktschläge getanzt und war
dadurch am besten für extrem schnelle Musik geeignet. Bei diesem Stil
merkt man auch, dass er direkt vom Charleston abstammt.
Der Carolina Shag hingegen ist der jüngste Stil. Entstanden in den 50ern wird er zwar hauptsächlich auf
6 Taktschläge getanzt, jedoch finden sich auch 8-taktige Elemente in seinem Tanz. Hier kann man auch
ein gewisses Naheverhältnis zum West Coast Swing erkennen.
Dieser Tanz war aber absolut nichts Neues, sondern nur ein anderer Ausdruck für Lindy Hop.
Der Geschichte nach, entstand der Ausdruck Jitterbug in der Mitte der 30er Jahre. Manche behaupten,
dass dieser Name von den Tänzern käme welche sich zeitweise am Parkett auf den Rücken warfen und
mit den Beinen zappelten (jittery=nervös, Zitterwanze). In der weiteren Folge entwickelte sich der Jitterbug
zum "Tanz der Weißen".
Er änderte sich folglich auch mit der Musik. In den 40ern wurde er z.B. zu R&B oder in den 50ern zu
Rock’n' Roll getanzt.
Diese Tänze sind eigentlich auch nur andere Namen für
Lindy Hop oder Jitterbug. Durch die G.I.'s wurde der
Tanzstil nach Europa gebracht und so wurde der
Jitterbug in England damals Jive und in Österreich
Boogie Woogie genannt.
Eine Wiener Tanzschule gab Ende der 40er Jahre den
ersten "Boogie Kurs" in Wien. Dieser Tanzschullehrer
lernte, bzw. schaute sich den Tanzstil bei den G.I.‘s ab.
Und wenn man genau schaut merkt man dass der
altwiener Stil eigentlich sehr ähnlich dem Hollywood-
Style ist.
Dieser Begriff war wohl eher für die Musik als für den Tanz. Denn in Amerika wurde dieser Tanz sowieso
Jitterbug genannt. Und in Europa hat sich der Name Rock’n' Roll eher für ein neues Lebensgefühl
durchgesetzt. Heutzutage wird unter Rock’n' Roll ohnehin fast ausschließlich Akrobatik-Tanz verstanden.
Manche verwenden deshalb auch den Ausdruck "Rock’n' Roll der 50er Jahre" für die getanzte Version.
Eine Rueda ist ein Kreistanz bei der die Tanzpaare einen Kreis bilden (rueda = rad) und die Tanzpartner
ständig wechseln. Jeff Miller und Elaine Hewlett übernahmen von der Rueda de Casino das Konzept und
die erste Swing-Rueda war geboren. Wie man es auch vom Squaredance kennt gibt es auch hier einen so
genannten „Caller“ welcher die Kommandos für die verschiedenen Figuren gibt. Lustige Namen für die
Figuren wie Sushi Roll, Coca Cola oder Boing Boing, beziehungsweise altbekannte Namen wie Inside
Turn, Outside Turn oder Charleston-Break lassen einen sofort den Spass erahnen welchen dieser Tanz
bereitet.
Jitterbug
Jive / Boogie Woogie
Rock’n' Roll
Swing Rueda